Probleme beim Defragmentieren
Problem:
Wenn Sie das windowseigene Defragmentierprogramm starten, kommt es entweder zu einer Fehlermeldung oder die Defragmentierung läuft nur bis zu einer bestimmten Prozentzahl hoch und beginnt dann immer wieder von vorne.
Als Information vorweg: Die Defragmentierung beginnt nicht sofort, nachdem das Programm gestartet ist, sondern es erfolgt zunächst eine Laufwerksprüfung (ca. 1-5%) und danach das Lesen der Laufwerksinformationen (ca. 5-10%). Dies lässt sich in der Detailansicht unten in der Statuszeile mitlesen.
- Wenn also das Programm schon bei 2% abbricht, liegt eventuell eine physikalische Beschädigung der Festplatte vor, die nur mit Scandisk "intensiv" (also der Oberflächenprüfung) bekämpft werden kann (hierbei wird der beschädigte Bereich zwar nicht repariert, aber zumindest "markiert", so dass hierher keine Daten mehr geschrieben werden).
- Stoppt der Prozess kurz vor 10% liegt das Problem evtl. in der Dateistruktur (z.B. beschädigte Dateizuordnungstabelle oder verlorene Dateien). Hier wäre ein normales Scandisk, evtl. im DOS-Modus, angesagt.
- In beiden Fällen sollte Defrag eigentlich das Auftreten eines Fehlers melden und von sich aus den Start des Scandisk-Programms vorschlagen.
Lösungen:
Probleme mit der Defragmentierung können verschiedene Ursachen und daher auch Lösungen haben. Nachfolgend habe ich mal all das aufgelistet, was mir in den letzten Jahren als hilfreich begegnet ist. Die Tipps sollten Sie (nacheinander) versuchen:
- Wenn Sie mit Windows 95 oder 98 arbeiten, laden Sie sich das verbesserte Defragmentierprogramm von Windows ME
. Es ist einfach deutlich schneller!
- Deaktivieren Sie über "Start, Einstellungen, Systemsteuerung, Anzeige" den Bildschirmschoner, wenn Sie einen eingestellt haben.

- Sie sollten alle Programme deaktivieren, die im Hintergrund oder während des Defragmentierens laufen. Drücken Sie die Tasten "Strg" + "Alt" + "Entf" gleichzeitig und löschen Sie alle laufenden Programme außer "Explorer". Dies tun Sie, indem Sie den jeweiligen Eintrag markieren und auf "Task beenden" klicken. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis kein Programm außer dem Explorer mehr aktiv ist.

Manche aktiven Programme sind in dieser Liste aber gar nicht aufgeführt! Schauen Sie auch z.B. auf Ihren Systray (das ist in der rechten unteren Bildschirmecke der Bereich neben der Uhr). Sind hier Icons vorhanden, können die dazugehörigen Programme meist über das durch Rechtsklick erreichbare Kontextmenü deaktiviert werden.
- Außerdem sollten Sie nach Beginn des Defragmentierens keine Aktionen am Rechner mehr durchführen, die Lese- oder Schreibzugriffe auf die Festplatte erfordern. Dazu kann neben dem Öffnen und Speichern von Dateien auch das Starten von Programmen gehören. Am besten lassen die das System einfach "in Ruhe". Bei manchen Systemen bringt schon eine Mausbewegung das Defragmentierprogramm zum Stoppen...
- Oder Defrag stolpert über Fehler in der Dateistruktur. Scandisk kann diese aber nicht bereinigen, solange Windows läuft, da Windows diesen Teil der Festplatte selbst beansprucht. Starten Sie deshalb den PC neu, und drücken Sie "F8" (oder "Strg" bei Win98), sobald die Meldung "Windows 9x wird gestartet" am Bildschirm erscheint. Wählen Sie "Nur Eingabeaufforderung", wechseln Sie in das entsprechende Verzeichnis, das die SCANDISK.EXE enthält (der Befehl hierfür lautet in der Regel "cd c:\windows\command" und starten Sie Scandisk im reinen DOS (Befehl "scandisk"). Wenn Scandisk fertig ist, booten Sie Ihren PC neu.
- Vielleicht "stört" ein geladener Treiber oder ein Programm das Defragmentieren, bzw. die Summe derer läßt nicht genug RAM übrig. Versuchen Sie daher, Windows im abgesicherten Modus hochzufahren und Defrag dann zu starten.
In den abgesicherten Modus kommen Sie durch Startabbruch wie oben beschrieben und Auswahl von "Abgesichert" statt "Nur Eingabeaufforderung" aus dem Menü.
- Nur Windows 98: Löschen Sie den Inhalt des APPLOG-Ordners im C:\Windows. Der APPLOG-Ordner ist versteckt - über EXTRAS->(ORDNER-)OPTIONEN->ANSICHT kann man ihn sichtbar machen.

Erklärung: Die TASKMON.EXE erstellt bei jedem Aufruf einer Anwendung eine Datei in diesem Ordner. Das Programm DEFRAG.EXE benutzt diese Dateien als Information (siehe OPTLOG.TXT) für eine optimale Defragmentierung. Ist aber eine solche Datei "defekt", kann es zu Problemen mit DEFRAG.EXE kommen. Die Dateien im APPLOG-Ordner werden wieder beim Aufruf von Programmen hineingeschrieben.
- Haben Sie vielleicht mit irgendeinem Programm (z.B. Sicherheitssoftware) ein virtuelles Laufwerk auf Ihrer Festplatte angelegt? Dann sollten Sie dieses vor dem Defragmentieren deaktivieren oder auf eine andere Partition verlagern. (Dank an "winwaver" aus der CHIP-Hilfeforum für diesen Hinweis!)
- Überlegen Sie, ob evtl. zu wenig Festplattenspeicher vorhanden ist. Defrag muss die Daten ja "umschreiben" und dafür benötigt es freien Festplattenplatz. Evtl. weniger benötigte Dateien/Ordner löschen (z.B. aus dem Papierkorb).
- Auch manche Viren "sträuben sich" gegen eine Defragmentierung. Lassen Sie daher mal einen aktuellen Virenscan laufen! Allerdings nicht während der Defragmentierung — da sollte ein im Hintergrund laufender Virenscanner natürlich "abgeschaltet" sein!
- Leeren Sie den Papierkorb, bevor Sie mit dem Defragmentieren beginnen. Erstens bereitet auch dieser, auf jeder Partition gleich vorhandene Ordner manchmal Probleme, zweitens kostet das Defragmentieren dieser Daten - je nach Größe des Papierkorbs - unnötig Zeit, und drittens macht das Defragmentieren des "Mülls" nun wahrlich keinen Sinn. Ebenso sollten Sie den Temp-Ordner im Windowsverzeichnis löschen. Keine Angst: Er wird beim nächsten Start automatisch leer wieder angelegt!
Tipp:
Wenn Sie Defrag aus dem DOS-Fenster heraus mit Parameter "/p" starten, werden alle Dateien in den Defragmentierprozess miteinbezogen. Sonst bleiben ja einige Daten als "feste Dateien" mit weiß-rotem Symbol unberührt.
