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Ordner schützen


Sie möchten, dass auf bestimmte Ordner niemand außer Ihnen zugreifen kann? Am liebsten wäre Ihnen, wenn beim Klick auf den Ordner eine Passwortabfrage käme? Das wird nur durch Zusatzprogramme möglich (siehe Abschnitt B). Ordnerschutz mit Windows-Bordmitteln kann man aber auch ohne Passwortabfrage durch den kleinen "Trick" erreichen, der im Abschnitt A beschrieben ist (funktioniert allerdings nur unter Win95 und 98).


Abschnitt A

Funktionsweise
Sie benennen den Ordner um und verwenden dabei im Dateinamen ein Zeichen, das Windows nicht anerkennt. Folglich "verweigert" Windows zukünftig jegliche Operation, die man mit diesem Ordner vornehmen möchte (Öffnen, Löschen, Umbenennen, Kopieren, Verschieben). Wollen Sie nun selbst auf den Ordner zugreifen, entfernen Sie den Schutz; Sie müssen allerdings daran denken, den Schutz wieder einzurichten, wenn Sie fertig sind!

Unter Windows ist das ziemlich sicher. Und auch unter DOS kann der Normalnutzer diesen Ordner nicht einfach "zurückbennen", solange er nicht weiß, wie er dieses Sonderzeichen eingeben soll.

Ein Zeichen, das man hierfür verwenden kann, erzeugt man unter DOS bei gehaltener Alt-Taste z.B. durch Eingabe der Ziffer "220". Nehmen wir an, Sie möchten den Ordner "Privat" im Verzeichnis "Eigene Dateien" schützen, dann öffnen Sie ein DOS-Fenster, wechseln in das Verzeichnis "Eigenen Dateien" und geben dort ein: rename privat privat[ALT]220. Die ALT-Taste muss während der Eingabe der Ziffern 220 gedrückt bleiben und die Ziffern über den Nummernblock eingegeben werden (NUMLOCK-LED muss leuchten)! Das dadurch erzeugte Zeichen wird unter DOS als Kästchen — unter Windows als Unterstrich — dargestellt.

   

Weder unter Windows noch unter DOS ist nun Zugriff auf diesen Ordner möglich — es sei denn, man weiß, wie man im DOS-Modus das "Kästchen" erzeugen kann...

Auf Laptops, die ja keinen Nummernblock haben, muss dieser zuerst aktiviert werden. Das geschieht in der Regel über eine Funktionstaste, gefolgt von "NUM". Der Nummernblock wid dann sozusagen über andere Tasten "drübergelegt".









Wer häufiger einen Ordner sichern muss und nicht jedesmal in den MS-DOS-Modus wechseln will, kann die Umbenennungsprozedur mit der folgenden Methode vereinfachen und "automatisieren":

Kurzanleitung für Profis
Sie erzeugen zwei Batchdateien (SAVE.BAT und UNSAVE.BAT) im Ordner "C:\Windows\System" mit folgendem Inhalt (siehe Abb.1):

Abb.1 In der ersten Zeile muss das dem zu schützenden Ordner übergeordnete Verzeichnis angegeben werden (hier: "C:\Eigene Dateien").

Um den Ordner zu sichern, geben Sie nun einfach bei "Start, Ausführen" den Befehl "save »ordnername«" ein. Das nach der Umbenennung für Windows "unlesbare" Zeichen wird im Explorer als Unterstrich dargestellt. Jeden Versuch, auf diesen Ordner zuzugreifen, quittiert Windows nun mit einer Fehlermeldung.
Der Befehl "unsave »ordnername«" hebt den Schutz wieder auf.




ausführliche Erklärung für Anfänger
Wir wollen 2 Batchdateien (SAVE.BAT und UNSAVE.BAT) erzeugen, die das Sichern und Entsichern des gewünschten Ordners automatisch vornehmen. Eine Batchdatei (zu deutsch "Stapelverarbeitungsdatei") ist eine ganz normale Textdatei mit der Endung ".BAT", in der alle Zeilen nacheinander als DOS-Befehle abgearbeitet werden. Die Batchdatei wird aufgerufen durch Eingabe des Namensteils, der vor dem ".BAT" steht (unter Windows funktioniert natürlich auch Doppelklick).
Diese Batchdateien werden Sie im Ordner "C:\Windows\System" erzeugen. Das hat folgende Vorteile:
  1. Dieser Ordner liegt im "Suchpfad" — wir können die Batchdateien dadurch später einfach über "Start, Ausführen" aufrufen.
  2. Der Ordner enthält so viele Dateien, dass die beiden Batchdateien dort auch einem "neugierigen" PC-Mitbenutzer kaum auffallen werden.
Sie erzeugen eine solche Batchdatei durch Rechtsklick auf eine freie Stelle im Verzeichnis C:\Windows\System zunächst als ganz normale Textdatei (siehe Abb.2),

Abb.2

geben dieser dann den Namen SAVE.BAT und öffnen die Datei über Rechtsklick und Auswahl "Bearbeiten". Dann schreiben Sie in diese Datei die 3 DOS-Befehle, die Sie oben in Abb.1 sehen. Kümmern Sie sich dabei nicht um Groß- und Kleinschreibung, denn das spielt unter DOS keine Rolle! Danach erstellen Sie ebenso die Datei UNSAVE.BAT und schreiben deren Inhalt hinein (Achten Sie auf die Platzierung des Großbuchstabens "Ü"!).
Die einzelnen Befehle in diesen Batchdateien bedeuten dabei Folgendes:

"cd" steht für "change directory" und wechselt auf DOS-Ebene in das angegebene Verzeichnis.

"c:\eigene~1" bezeichnet den Ordner "C:\Eigene Dateien". Es muss hier das dem zu schützenden Ordner übergeordnete Verzeichnis angegeben werden — nicht der zu schützende Ordner selbst! Außerdem sollten Sie hier den MS-DOS-Namen dieses Verzeichnisses verwenden, damit die Batchdatei notfalls auch im MS-DOS-Modus funktioniert. Unter MS-DOS dürfen Verzeichnis- und Dateinamen max. 8 Zeichen enthalten; alle längeren Namen werden abgekürzt und mit einer Nummer versehen. Den MS-DOS-Namen eines Ordners erfahren Sie, wenn Sie nach Rechtsklick auf den Ordner unter "Eigenschaften" nachsehen (siehe Abb.3)

Abb.3

"ren" steht für "rename" und ist der DOS-Befehl zum Umbenennen.

"%1" ist ein "Platzhalter" für den Ordnernamen, den Sie später mit dem Aufruf der Batchdatei eingeben werden.

"Ü" ist der eigentliche "Trick" dieser Batchdatei. Beim Umbenennen des Ordners unter DOS wird an dieser Stelle das Sonderzeichen "Alt 220" eingesetzt — der Ordnername wird also um das Sonderzeichen ergänzt.

"cls" steht für "clear screen" und sorgt dafür, dass das DOS-Fenster, das beim Ausführen der Batchdatei geöffnet wird, nach dem Umbenennen sofort wieder geschlossen wird. Alternativ (oder zusätzlich) können Sie in den "Eigenschaften" der Batchdatei auf der Karte "Programm" auch die Ausführung "Als Symbol" einstellen; dadurch wird das Fenster gar nicht erst geöffnet, sondern erscheint nur kurz in der Taskleiste.



Sobald die beiden Batchdateien im Verzeichnis "C:\Windows\System" existieren, können Sie den Schutzmechanismus ausprobieren.
Öffnen Sie nun ein DOS-Fenster ("Start, Programme, MS-DOS-Eingabeaufforderung") und geben Sie hier ein "save" gefolgt von dem Namen des Ordners, der geschützt werden soll (siehe Abb.4). Abb.4
Im Explorer wird dieses für Windows "unbekannte" Zeichen nun durch einen Unterstrich dargestellt (Abb.5). Abb.5
Wenn Sie nun versuchen, mit diesem Ordner irgendetwas zu machen, erscheint eine Fehlermeldung. Abb.6
Zum Entfernen des Ordnerschutzes einfach "unsave" mit dem betreffenden Ordnernamen eingeben. Um das Sonderzeichen brauchen Sie sich bei der Eingabe nicht zu kümmern — das wird von der Batchdatei automatisch ergänzt. Abb.7




Tipps





Nachteile

Trotzdem halte ich diese Methode für eine sehr gute (weil einfache und kostenlose) Variante, einen oder mehrere Ordner für den Zugriff zu sperren. Der sogenannte "Normalnutzer" wird diesen Schutz (auch unter DOS) nicht "knacken" können. Und auf die Idee mit dem DOS-Editor muss man erst mal kommen...

Leider stören sich Windows 2000 und XP nicht mehr an diesen Sonderzeichen, so dass bei diesen Windowsversionen mit dem genannten Trick kein ausreichender Schutz erreicht werden kann. Da bei Windows ME der DOS-Modus weitgehend ausgeschlossen wurde, funktioniert dieses Verfahren leider hier auch nicht.







Abschnitt B

Wenn es aber doch lieber ein Zusatztool sein soll, dann wäre die einfachste (und billigste) Möglichkeit das Verschlüsseln mittels eines Packprogramms.
Inzwischen ist ja auf fast jedem Rechner ein ZIP-Programm vorhanden. Mit diesem kann man den Ordner komprimieren und dabei ein Passwort vergeben (s. Abb. 9), ohne welches diese ZIP-Datei dann nicht mehr geöffnet werden kann.

Abb.9

Nachteil dieser Methode ist allerdings, dass jmd. den Ordner einfach löschen kann.

Ansonsten gibt es zwar eine ganze Reihe von Freeware-Programmen, die Dateien verschlüsseln können, aber um einen kompletten Ordner zu verschlüsseln oder mit einem Passwort zu versehen, sind mir nur Shareware-Programme bekannt, die entweder im Funktionsumfang eingeschränkt oder nur begrenzt lauffähig sind.
Allerdings gibt es ein paar Programme, die so ähnlich arbeiten, z.B. eine Art "Safe" erstellen, in die man dann die zu sichernden Daten hineinzieht oder die den entsprechenden Ordner einfach "verstecken".
Entsprechende Programme finden Sie auf meiner Links-Seite zum Thema Sicherheit in den Abschnitten "Verschlüsseln", "Verstecken" sowie unter "Sonstiges"!




Startseite Exkurse Ordner schützen Ich hoffe, der Tipp war hilfreich!