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Windows startet nicht mehr



Windows bleibt während des Startens hängen und fährt nicht mehr bis zum Desktop hoch? Hierfür kann es viele Ursachen geben. Am besten ist natürlich, wenn dazu eine Fehlermeldung kommt, aus der man die Ursache ableiten kann. Leider ist das nicht immer der Fall. Es kann hier nun keine Problembesprechung erfolgen, warum der PC nicht mehr normal startet, aber was kann man tun, wenn trotz aller Versuche kein Windows mehr gestartet werden kann?

Grundsätzlich haben Sie dann folgende 5 Möglichkeiten:


1. Windows abgesichert starten

Drücken Sie genau in dem Moment, wenn der Schriftzug "Windows 95 wird gestartet" erscheint, die Taste F8 (bei Windows 98 können Sie auch während des Starts die Strg-Taste gedrückt halten), so dass das Windows 95 (98) Startmenü erscheint). Wählen Sie aus diesem Menü den Punkt "Abgesichert". Wenn Windows nun startet, sieht der Bildschirm etwas ungewohnt aus und in den Ecken steht auch "Abgesicherter Modus". Wenn der Fehler bekannt ist, kann man nun versuchen, ihn abzustellen.
Kontrollieren Sie z.B. mal in der Datei MSDOS.SYS die Pfade (hier sollte bei "WinDir" und "WinBootDir" immer "C:\Windows" bzw. Ihr Windowsverzeichnis stehen). Diese Systemdatei ist versteckt und schreibgeschützt. Um sie "sichtbar" zu machen, muss man im Explorer oder Arbeitsplatz unter "Ansicht, Optionen" bzw. unter "Extras, Ordneroptionen" "alle Dateien anzeigen" lassen und in den Dateieigenschaften das Attribut "schreibgeschützt" entfernen.
Aber auch, wenn Sie den Fehler nicht abstellen können, bedeutet dieser abgesicherte Modus immerhin, dass Sie unter der Windows-Oberfläche noch die wichtigsten Dateien sichern können, bevor eventuell eine Neuinstallation des Systems erfolgen muss.



2. Systemdateien zurücksetzen

Vielleicht hilft es, die Systemdateien IO.SYS, MSDOS.SYS und COMMAND.COM in ihren Ursprungszustand zu versetzen. Hierzu starten Sie mit eingelegter Startdiskette. Sie landen dann am A:>-Prompt. Geben Sie hier "sys c:" ein. Das kopiert die o.g. Originaldateien von Ihrer Startdiskette auf die Festplatte. Wenn "beschädigte" Systemdateien der Grund für das Fehlverhalten ware, mag dies helfen.

Sollte ein Bootmanager Probleme bereitet haben oder ein Partitionierungsfehler vorliegen, könnte auch das Kommando 'fdisk /mbr' Erfolg versprechen, mit dem der "MasterBootRecord" zurückgesetzt wird. Wer allerdings zwei Windowsversionen nebeneinander betreibt verliert mit dieser Aktion auch seinen Bootmanager, der ja im Bootsektor angesiedelt ist!



3. alte Registrierung wiederherstellen

Dieser "Trick" funktioniert nur bei Windows 98 und höher (leider nicht bei Windows 95). Brechen Sie den Bootvorgang wie oben beschrieben mit der Strg-Taste oder der Taste F8 ab. Aus diesem Menü wählen Sie "Nur Eingabeaufforderung" und bestätigen dies mit "Enter".
An dem C:>-Prompt, das nun erscheint, geben Sie "scanreg /restore" ein (Befehle, die Sie am Prompt eingeben, werden erst ausgeführt, wenn Sie die Enter-Taste gedrückt haben). Es folgt nun eine kurze Registrierungsprüfung und dann werden Ihnen 5 Sicherungskopien der Registrierung angeboten, aus denen Sie mit den Pfeiltasten eine zur Wiederherstellung auswählen können. Wählen Sie die älteste, da bei dieser die Chance am größten ist, dass sie noch "fehlerfrei" ist (das Alter erkennen Sie am Datum, das im Format "Monat, Tag, Jahr" angegeben wird). Diese Auswahl bestätigen Sie durch Drücken der Taste "R" (für Restore). Es folgt ein Fenster, das Ihnen sagt, ob es geklappt hat (unten steht dann "Restart") oder ob nicht (unten stünde dann "OK"). Bestätigen Sie in beiden Fällen mit "Enter".
Mit etwas Glück startet Windows nun wieder normal. Wenn nicht, einen der folgenden Punkte probieren.
ScanReg-Funktionen genauer erklärt       ScanReg auch für Win95



4. Windows "drüberinstallieren"

Wenn alle o.g. Aktionen nicht durchführbar sind,sollte Sie darüber nachdenken, Windows neu zu installieren. Wenn Sie dies über Ihr bestehendes (wenn auch evtl. beschädigtes) Windows tun, werden die Einstellungen und Daten der vorherigen Windowsinstallation übernommen - und das spart viel Arbeit. Allerdings werden in diesem Fall eventuell auch die Fehler übernommen (nähere Infos im Artikel "Windows neuinstallieren)". Einen Versuch ist es aber allemal wert.
Am schönsten wäre in diesem Fall, gleich von der Windows-CD zu starten. Dies funktioniert aber erst ab Windows 98 und auch nur dann, wenn Ihr BIOS diese Option unterstützt. Daher beschreibe ich hier zunächst den schnelleren und garantiert funktionierenden Weg des Starts von Startdiskette:

Legen Sie Ihre Startdiskette (auch "Bootdisk" genannt) ein und schalten sie den PC ein. Sie landen dann am A:>-Prompt (wenn nicht, muss die Startreihenfolge im BIOS umgestellt werden - siehe oben). Legen Sie Ihre Windows-CD in das CD-Laufwerk ein und wechseln Sie auf das CD-Laufwerk durch Eingabe von "d:", (wenn D: Ihr CD-Laufwerk ist - ansonsten natürlich den Buchstaben Ihres CD-Laufwerk eingeben). Im Prompt steht nun der entsprechende Buchstabe (z.B. D:>). Nun starten Sie durch Eingabe von "setup" das Windows-Installationsprogramm. Nach der Installation eines "neuen" Windows über Ihr "altes" startet Windows vielleicht wieder ganz normal.

Wenn Sie Windows 98 haben und Ihr BIOS diese Startreihenfolge unterstützt, stellen Sie im BIOS (wie oben beschrieben) die Startreihenfolge so ein, dass CD-ROM als erstes Startgerät aufgeführt wird. Legen Sie dann Ihre Windows-CD ein und starten Sie den PC neu. Sie landen dann in einem Menü, in dem Sie die Neuinstallation von Windows aktivieren können. So installieren Sie Windows erneut über Ihr "altes" Windows und können hinterher vielleicht wieder fehlerfrei starten.



5. Dateien unter DOS sichern

Nichts hat genützt? Sie kriegen Windows einfach nicht mehr zum Laufen? Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als zu versuchen, Ihre wichtigen Dateien unter DOS zu sichern und nach einer Formatierung der Festplatte ein ganz neues Windows aufzuspielen.
Legen Sie Ihre Startdiskette ein und schalten Sie den PC ein. Warten Sie, bis das A:>-Prompt erscheint (wenn es nicht erscheint, lesen Sie im vorigen Abschnitt nach, wie man die Startreihenfolge im BIOS ändert).

Am einfachsten geht das Sichern von Dateien, wenn Sie mehrere Partitionen oder mehrere Festplatten haben. Erstens müssen Sie dann nur die erhaltenswerten Dateien auf dem Laufwerk C: sichern (denn nur hier werden durch die Formatierung alle Daten gelöscht; Daten auf andern Partitionen bleiben erhalten!) und zweitens können Sie die Dateien unabhängig von Anzahl und Größe einfach auf die andere Partition oder Festplatte kopieren. Wenn Sie nur eine Partition haben, müssen Sie die Sicherung auf Disketten vornehmen und das begrenzt natürlich den Umfang der Sicherung auf die Ihnen zur Verfügung stehenden Disketten und dauert auch sehr viel länger, da nicht alle Dateien "in einem Rutsch" kopiert werden können.

Leider gehen bei Kopieraktionen unter DOS die langen Dateinamen verloren. Wenn Sie können, laden Sie sich DOS-Kommandos herunter, die lange Dateinamen unterstützen (hier). Mit diesen ist auch die Auswahl der zu sichernden Dateien viel leichter, da Sie die Dateien anhand ihrer langen Dateinamen viel besser identifiziert können. Diese werden hier allerdings von mir nicht näher erklärt.

Falls Sie sich nicht in der DOS-Umgebung auskennen, hier die wichtigsten Befehle (die Befehle werden erst nach Drücken der Enter-Taste ausgeführt!):

Laufwerk wechseln "C:" wechselt auf das Laufwerk C:, "A:" auf das Diskettenlaufwerk
Prompt einstellen "prompt $p$g" bewirkt, dass das aktuelle Laufwerk und Verzeichnis im Prompt angezeigt werden (Prompt sieht dann bspw. so aus: "C:\Windows>")
Ordnerinhalt ansehen dir /p" zeigt seitenweise den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses (=Ordners) an. Unterordner sind mit "DIR" gekennzeichnet, Dateien haben eine Erweiterung aus 3 Buchstaben (z.B. EXE oder DOC). Namen, die länger als 8 Zeichen sind, werden hier mit den ersten 6 Zeichen plus Anhang (z.B. "~1") angezeigt. Der Ordner "Eigene Dateien" wird hier also als "EIGENE~1" aufgeführt. So, wie die Dateien hier aufgeführt werden, müssen sie auch bei Kopieraktionen bezeichnet werden.
Ordner wechseln "cd c:\eigene~1" (wenn Sie in den Ordner "Eigene Dateien" wechseln wollen)
Diskette löschen "format a: /q". Ohne Zusatz "/q" wird die Diskette vollständig formatiert
Datei kopieren "xcopy NAME.DOC Ziel-Laufwerk" kopiert die Datei "Name.doc" im aktuellen Ordner auf das Ziel-Laufwerk. Als Ziel-Laufwerk den entsprechenden Buchstaben mit Doppelpunkt angeben. Liegt die zu kopierende Datei nicht im aktuellen Ordner (der im Prompt angegeben ist), muss der gesamte Pfad angegeben werden (siehe Beispiele)
Ordner kopieren "xcopy PROGRA~1 Ziel-Laufwerk /e" kopiert den Inhalt des Ordners "Programme" auf das Ziel-Laufwerk. Der Zusatz "/e" sorgt dafür, dass auch alle Unterordner mitkopiert werden. Als Ziel-Laufwerk den entsprechenden Buchstaben mit Doppelpunkt angeben. Ist der zu kopierende Ordner kein direkter Unterordner des aktuellen Ordners (der im Prompt angegeben ist), muss der gesamte Pfad angegeben werden (siehe Beispiele)

Beispiel 1: Sie wollen die Datei "Kassenbuch.doc" im Ordner "C:\Eigene Dateien\Geld" auf Diskette kopieren, dann würde der Befehl lauten: "xcopy c:\eigene~1\geld\kassen~1.doc a:" (natürlich muss eine Diskette mit ausreichend freiem Platz im Laufwerk sein).

Beispiel 2: Sie wollen alle WORD-Dateien aus dem Ordner "C:\Horst" auf eine Diskette kopieren, dann geht das mit "xcopy c:\horst\*.doc a:". Sie sollten das nur dann tun, wenn die Dateien auch auf eine Diskette passen (eine frisch formatierte Diskette hat 1,44 MB Speicherplatz). Wenn die Dateien mehr Platz benötigen, wird der Kopiervorgang abgebrochen, sobald die Diskette voll ist. Fehlende Dateien müssen Sie dann einzeln auf eine weitere Diskette kopieren.

Beispiel 3: Sie wollen den gesamten Ordner "C:\Eigene Dateien" incl. aller Unterordner auf Laufwerk D: in einem Verzeichnis "D:\Backup" speichern (geht natürlich nur, wenn Sie mehrere Partitionen oder Laufwerke haben!). Dies wäre mit dem Befehl "xcopy c:\eigene~1 d:\backup\ /e" möglich.




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